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Archiv der Artikel die mit Segmentierung getagged sind.

Zeichnen Sie noch immer Kästchen und Pfeile, oder gestalten Sie schon eine effiziente Organisation?

Das neueste Buch von Andreas Suter, Stefan Vorbach und Doris Weitlaner widmet sich der prozessorientierten Organisationsgestaltung. Es vermeidet bewußt Ausführungen zum Thema „Kästchen und Pfeile malen“, das fälschlicherweise oft als „(Geschäfts-)Prozessmanagement“ bezeichnet wird, und widmet sich dem Gegenstand, wie man eine effektive, prozessorientierte Organisation gestalten und umsetzen kann. Eine Geschäftsstrategie entfaltet ihre positive Wirkung nur dann, wenn die Prozesse und Strukturen des Unternehmens konsequent auf sie abgestimmt sind und so dem Wertschöpfen der Mitarbeiter optimale Leitplanken setzen. Dieses Buch stellt einen praktischen und umsetzbaren Ansatz der Operational Excellence vor. Der im Buch beschriebene Leitfaden illustriert Schritt für Schritt, wie die Strukturen und Prozesse der Organisation aus der Unternehmensstrategie abgeleitet und optimiert werden können. Mehrere Fallbeispiele aus der Praxis illustrieren die Anwendbarkeit und die erzielten Effekte auf den Unternehmenserfolg.

Die Wertschöpfungsmaschine

Andreas Suter, Stefan Vorbach und Doris Weitlaner: Die Wertschöpfungsmaschine

Vortrag von Andreas Suter an der TU Graz zum Thema Prozessmanagement

Andreas Suter wird am Montag, den 12. März 2012 einen Gastvortrag zum Thema prozessorientierte Organisationsgestaltung im Rahmen der Lehrveranstaltung „Prozessmanagement“ an der Technischen Universität Graz geben. Näheres dazu ist auf der Webseite des Instituts für Unternehmungsführung und Organisation zu finden. Die Inhalte des Vortrags sind:

  • Strategiegerechte Gestaltung von Prozessen und der Organisation.
  • Makro- vor Mikrodesign von Geschäftsprozessen.
  • Black-Box-Ansatz: Klärung der Randbedingungen, z.B. Unternehmens-, Prozess und Organisationsgrenzen, insb. Definition der Geschäftsprozesse.
  • Autonomieprinzip des Prozesses: Integration von Wertschöpfung und Prozessregelung.
  • Auftraggeber-Auftragnehmer-Beziehungen zwischen Prozessen, Kunden, Lieferanten als Lösung von organisatorischen Schnittstellenproblemen.
  • Innovationsmanagement in der prozessorientierten Organisation.
  • Prozessbasierte Aufbauorganisation.

Unterlagen zum Vortrag sind hier zu finden. Dr. Andreas Suter, zur Zeit Geschäftsführer einer schweizer Beratungsfirma, ist ehemaliger Professor am Institut für Unternehmungsführung und Organisation an der Technischen Universität Graz.

Kaskadierung und Segmentierung von Geschäftsprozessen: Eine Fallstudie

Dieser Beitrag stellt eine Zusammenfassung der Studie „Process Cascade- and Segmentation-Based Organizational Design: A Case Study“ (Autoren: D. Weitlaner, M. Kohlbacher) dar, welche im kommenden Monat an der IEEE International Conference on Industrial Engineering and Engineering Management vorgestellt wird. Die Studie wendet die Methode der Kaskadierung und Segmentierung beispielhaft an einem produzierenden  Unternehmen an.

Kaskadierung und Segmentierung von Geschäftsprozessen
Prozessorientierung stellt die Geschäftsprozesse in den Mittelpunkt der Organisationsgestaltung. Ein spezifisches Verfahren der prozessorientierten Organisationsgestaltung ist die Methodik der Kaskadierung und Segmentierung von Geschäftsprozessen (Schantin, 2004; Suter, 2004; Suter, 2009). Bei der Methode der Kaskadierung werden die Geschäftsprozesse eines Unternehmens so gestaltet, dass sie sich zueinander wie Kunden zu Lieferanten verhalten. Die Technik der Segmentierung sieht vor, dass Varianten eines Geschäftsprozesses gebildet werden, falls die Prozessobjekte, die den Geschäftsprozess durchlaufen, und/oder die Anforderungen des Kunden/Marktes an den Geschäftsprozess einen heterogenen Charakter aufweisen. In so einem Fall werden Prozessvarianten (Prozesssegmente) des Geschäftsprozesses gebildet, sodass jede Prozessvariante homogene Prozessobjekte bearbeiten bzw. homogene Kundenanforderungen erfüllen kann.

Fallstudie
In der Studie wird die Methodik der Kaskadierung und Segmentierung von Geschäftsprozessen bei einem produzierenden Unternehmen angewandt. Das Endergebnis stellt das sogenannte Makromodell (auch Makroprozessmodell oder Prozesslandkarte genannt) des Unternehmens dar. Im Makromodell wird folgendes abgebildet:

  • die Geschäftsprozesse des Unternehmens (inklusive Prozessvarianten).
  • die Schnittstellen der Geschäftsprozesse des Unternehmens zueinander.
  • die Schnittstellen des Unternehmens mit den externen Kunden und Lieferanten.

Die Studie wird nach der Präsentation auf der Konferenz in der Datenbank IEEE Xplore veröffentlicht. Das Konferenzposter steht hier zum Download zur Verfügung.

Fallbeispiel zum Entwurf einer prozessorientierten Organisation unter Verwendung der Kaskadierungs- und Segmentierungsmethode

Anbei ein Fallbeispiel zum Entwurf einer prozessorientierten Organisation unter Verwendung der Kaskadierungs- und Segmentierungsmethode, bereitgestellt von Dr. Andreas Suter.

Beim Fallbeispiel handelt es sich um das Unternehmen Telegyr (heute integriert in den Siemens-Konzern), das Systeme zur Steuerung, Überwachung und Betriebsführung von Hochspannungsnetzen (Übertragungs- und Verteilnetze) liefert. Das Fallbeispiel stellt das Unternehmen kurz vor, diskutiert die Ausgangslage und veranschaulicht die Einführung einer Prozessorganisation in das Unternehmen. Dabei wird die Prozesslandkarte („Makromodell“) des Unternehmens unter Verwendung der Methode der Kaskadierung und Segmentierung von Geschäftsprozessen erstellt. Das Beispiel geht auch darauf ein, wie sich die Einführung der prozessorientierten Organisation auf die Aufbauorganisation des Unternehmens auswirkte („stucture follows process“). Zum Schluß werden die erzielten „Benefits“ diskutiert.

Segmentierung von Geschäftsprozessen

Die Idee der Segmentierung von Geschäftsprozessen geht – wie die Idee der Kaskadierung – auf Chris Tipotsch (1997), Andreas Suter (2004) und Dietmar Schantin (2004) zurück. Auch andere Autoren behandeln diesen Denkansatz: Osterloh and Wübker (1999) sprechen von Triagen, Gaitanides (2007) spricht von Prozessvarianten. Die Idee ist in der unteren Abbildung dargestellt.

Segmentierung von Geschäftsprozessen

Segmentierung von Geschäftsprozessen

Als Ausgangssituation soll ein Geschäftsprozess dienen, der eine heterogene (unternehmensinterne) Kundenstruktur bzw. einen heterogenen (unternehmensinternen) Markt bedienen soll. Die Idee der Segmentierung besteht nun darin, dass man Segmente (Prozessvarianten) des Geschäftsprozesses bildet, sodass jede gebildete Prozessvariante eine homogene (interne) Kundenstruktur bzw. einen homogenen (internen) Markt bedienen kann.

Beispiele für denkbare Segmentierungskritieren für Geschäftsprozesse sind in der unteren Abbildung dargestellt:

  • Segmentierung nach Komplexität der Geschäftsfälle
  • Segmentierung nach Kundentyp
  • Segmentierung nach geografischen Gesichtspunkten
Beispiele für denkbare Segmentierungskriterien für Geschäftsprozesse

Beispiele für denkbare Segmentierungskriterien für Geschäftsprozesse